Marijke Wehrmann

Costume & Fashion Design // Scenography
 

METAhub - Mapping Memories vom 14.04. - 30.04.2023

Judengasse Extended

Judengasse Extended

Das mehrtägige Festival „Mapping Memories“ kreist um die gewaltsam verdrängten Spuren der Judengasse aus dem öffentlichen Raum. In seinem Zentrum steht eine Pop-up-Ausstellung mit archäologischen Funden sowie eine künstlerische Intervention in die heutige Gestalt des historischen Orts. „Mapping Memories“ macht materielle wie immaterielle Erinnerungsspuren vor Ort sicht- und erfahrbar. Das Festival umfasst Performances, Installationen, eine digitale Rekonstruktion der Judengasse und verschiedene Erkundungen der jüdischen Geschichte vor Ort - mit Gesprächen, Workshops, der Entwicklung von Open Educational Ressources, Führungen und einer neuen Bespielung des Außenraums rund um das Museum Judengasse. Von der Konstablerwache über ein erhaltenes Kellergewölbe der Judengasse, das erstmals öffentlich zugänglich gemacht wird, bis hin zum Börneplatz erweitert "Mapping Memories" die Grenzen des Museums in den Stadtraum hinein und thematisiert die verdrängten Spuren der jüdischen Geschichte unter dem Pflaster des heutigen Stadtraums.

Die Frankfurter Judengasse Im ausgehenden Mittelalter wurden die Jüdinnen und Juden in Frankfurt gezwungen, in einen abgeschlossenen Bezirk entlang der mittelalterlichen Stadtmauer umzuziehen. Die Frankfurter Judengasse blieb mehr als 300 Jahre lang unverändert bestehen. Im 17. Jahrhundert wohnten knapp 3.000 Menschen in dem Ghetto, das sich zwischen der heutigen Konstablerwache und dem Börneplatz befand. Trotz des begrenzten Raums entwickelte sich die Judengasse zu einem der bedeutendsten Zentren jüdischen Lebens Europas. Die Spuren des Ghettos sind heute weitestgehend aus dem Stadtbild verschwunden. Lediglich die Fundamente von fünf Häusern im Museum Judengasse zeugen von der jüdischen Geschichte der Frühen Neuzeit.

Fotos Uwe Dettmar

"Neualtland"

Meitar Tewel

Meitar Tewel

„Neualtland“ ist das Ergebnis einer einjährigen architektonischen und historiografischen Untersuchung von Meitar Tewel, einer israelisch-niederländischen Architektin und Forscherin. Das Projekt legt räumliche und kulturelle Schichten der jüdischen Stadtgeschichte von Frankfurt frei und konzentriert sich dabei auf das Stadtgefüge, das auf den Ruinen der Judengasse errichtet wurde. „Neualtland“ bezieht sich auf zwei scheinbar unverbundene Momente der lokalen Geschichte: die gewaltsam ausgegrenzte und unterdrückte, aber kulturell reiche und vielschichtige Kultur der historischen Judengasse und die Bürobauten an der Straße An der Staufenmauer, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem demselben Areal gebaut wurden. Beide Momente werden in einer architektonischen Intervention miteinander verbunden, die an die ehemalige Hauptsynagoge erinnert. Die Intervention wird sowohl in der Straße An der Staufenmauer wie auch in einem erhaltenen Kellergewölbe aus der Zeit der Judengasse unter der heutigen Hausnummer Nr. 11 präsentiert.

Der Titel des Projekts bezieht sich auf den Roman „Altneuland“ von Theodor Herzl und dreht dessen Narration um. Anstatt den Aufbau eines jüdischen Gemeinwesens auf außereuropäischem Boden zu beschreiben, nimmt „Neualtland“ Tiefenbohrungen an einem der Orte mit der längsten jüdischen Geschichte Europas vor: der Frankfurter Judengasse.

Ort An der Staufenmauer 11, Keller

Fotos Uwe Dettmar / Meitar Tewel

Ausstellungsdesign: Meitar Tewel

Mitarbeit Ausstellungsdesign: Marijke Wehrmann


Das Projekt wird in Kooperation mit dem Node Verein für digitale Kultur durchgeführt und basiert auf einer neuartigen Form der Zusammenarbeit zwischen Museumsmacher*innen und Dramaturg*innen auf der einen und Medienkünstler*innen auf der anderen Seite. Eine erste Projektphase widmete sich dem materiellen wie immateriellen Erbe der Börneplatzsynagoge, die zweiten Projektphase setzt sich mit der Geschichte der Frankfurter Judengasse auseinander. Die Ergebnisse der transdisziplinären Zusammenarbeit werden in mehrtägigen Pop Up-Events und auf der Online-Plattform metahubfrankfurt.de präsentiert.


METAhub Frankfurt wird von der Kulturstiftung des Bundes, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und dem Kulturdezernat der Stadt Frankfurt gefördert. Weitere Kooperationspartner des Projekts sind das Fritz Bauer Institut, die Max Dienemann / Salomon Formstecher Gesellschaft Offenbach und das Haus der digitalen Medienbildung in Darmstadt.







 
 
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